

Das Jahr 1971 war in der Geschichte des internationalen Finanzsystems ein ausgesprochen bedeutsames Jahr. In diesem Jahr beschloss die US Regierung ihrer Verpflichtung aus dem Bretton-Woods-Abkommen von 1944 nicht mehr nachzukommen.
Mit dem Bretton-Woods-Abkommen wurde ein internationales Währungssystem von festen Wechselkursen geschaffen. Die Leitwährung dieses Systems war der durch einen Goldstandard definierte US-Dollar. Die US-Zentralbank verpflichtete sich, Dollarreserven jedes Mitgliedsstaates des Währungssystems auf Verlangen zum Kurs von 35 Dollar je Feinunze in Gold umzutauschen.
Die Bundesrepublik Deutschland trat diesem System im Jahre 1949 bei.
Kurz zum Hintergrund: Die Aufhebung des klassischen Goldstandards am Anfang des 20. Jahrhunderts (z.B. Großbritannien 1914) wurde von vielen Experten als die eigentliche Ursache der Wirtschaftskrise in den 30 Jahren angesehen.
Die Überschwemmung der Welt mit neu gedrucktem, vor allem durch Staatskredite gedeckten Geld führte zu einer ungesunden Wachstumsblase in in den folgenden zwanziger Jahren (die Goldenen Zwanziger). Eine Blase, die dann im Börsencrash von 1929 platzte und die Weltwirtschaftskrise der dreißiger Jahre auslöste.
Mit Bretton-Woods sollte nun eine ähnliche Entwicklung für die Zukunft vermieden werden. Doch 1973 wurde das Jahr des endgültigen Scheiterns. Bereits 1971 war die bis zu diesem Zeitpunkt von der US-Zentralbank in Umlauf gebrachte und durch ein Außenhandelsdefizit im Ausland angehäufte Dollarmenge so groß geworden, dass die Goldreserven der USA nicht ausgereicht hätten, um den Dollarbestand eines einzigen Mitgliedslandes wie Frankreich in Gold einzulösen.
Mit dem Scheitern von Bretton-Woods wurde das bis dahin sichere Fundament des Währungssystems zerschlagen. Heutige Währungen sind in der Regel manipulierte Papierwährungen und unterliegen keinem Währungsstandard. An die Stelle eines Standards traten geldpolitische Maßnahmen der Zentralbanken.
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