

Beim Silber gehen die Expertenmeinungen weiter auseinander als beim Gold. Da ich selber vor einiger Zeit vor der Frage stand, wie ich ein paar Euro langfristig anlegen sollte, habe ich mich aber mit dieser Frage eingehender beschäftigt und bin auf einige wirklich interessante Tatsachen gestoßen.
Silber ist das Metall der Superlative. Es übertrifft alle anderen Metalle in Bezug auf das Reflexionsvermögen, die Polierfähigkeit, sowie die elektrische und die thermische Leitfähigkeit*. Dementsprechend hoch ist der Bedarf an Silber in der Industrie. Interessanter Weise sind ausgerechnet die Zukunftstechnologien Photovoltaik und Wasseraufbereitung auf Silber angewiesen. Dazu kommen Medizintechnik und Elektroindustrie. Kaum ein elektronischer Schaltkreis, ob im Computer oder Handy kommt ohne Silber aus.
Richtig spannend wird das Thema, wenn man das Preisverhältnis von Gold zu Silber, die sogenannte Gold - Silber Ratio und deren Entwicklung betrachtet. Betrachtet man die letzten 300 Jahre, so lag das Gold/Silber-Preisverhältnis zwischen 10:1 und 20:1. Dies macht durchaus Sinn, da das natürliche Vorkommen dieser Metalle bei einem Verhältnis von 1:17,5 (Manche Quellen nennen auch 1:15 ) liegt.
Aktuell liegt das Verhältnis bei 67,8 (Stand am 08.12.2009 bei einem Goldpreis von 1.153USD/Unze und einem Silberpreis von 17,80USD/Unze)
Aktuell werden sowohl Gold aber insbesondere auch Silber als Rohstoffe gesehen. Dementsprechend orientieren sich die Preis an den Förderkosten. Die deutlich niedrigeren Förderkosten für Silber erklären damit den den Preisunterschied. Historisch gesehen ist diese Situation jedoch absolut einmalig. Noch nie hat die Welt die Bedeutung von Gold & Silber als Fundament des Welt-Finanzsystems vergessen. Silber hat in diesem Prozess die monetäre Bedeutung viel stärker verloren als Gold.
Auch mit den Reserven wird es beim Silber schneller eng werden als beim Gold. Seit Beginn der 1990er Jahre musste die Lücke zwischen Angebot und Nachfrage regelmäßig durch den Abbau von Lagerbeständen geschlossen werden (kumuliert handelte es sich um 50.000 Tonnen Silber, also zweieinhalb Jahresproduktionen. Heute betragen die Silberreserven, die in Tresoren oder Schmuckkassetten gelagert werden nur noch 10% der geförderten Gesamtmenge, während bei Gold noch rund 90% des je geförderten Metalls vorhanden ist und theoretisch auf den Markt gelangen könnte.
Im Zuge der Finanzkrise und der damit verbundenen hohen Staatsverschuldung muss mit einer Remonetarisierung gerechnet werden. Würde sich damit die Gold - Silber Ratio dem durch das natürliche Vorkommen vorgegebenen Wert von 17,5:1 angleichen, so würde der Silberpreis in den kommenden Jahren 3,8mal schneller steigen als der Preis von Gold.
*Wer wie ich bis jetzt geglaubt hat, Gold währe das Metall mit der höchsten Leitfähigkeit, sollte diese Frage nun schnellstens durch Internetrecherche klähren.